Erster Tag auf der Baustelle in Australien: die komplette Packliste (nur was ich nach 1 Jahr wirklich benutze)

Hi! Ich bin Working Holiday Maker und arbeite seit einem Jahr auf Tiefbau-Baustellen in Brisbane.

Die Frage, die ich vor dem ersten Arbeitstag auf einer australischen Baustelle am häufigsten höre: "Was muss ich mir kaufen?"
Ich hab am Anfang auch einfach alles nach irgendwelchen Online-Listen gekauft. Auf der Baustelle hat sich dann gezeigt: Manches braucht man nie, und anderes, das einem keiner sagt, braucht man jeden Tag.

Deshalb gibt’s heute nur die Sachen, die ein Jahr Praxis überlebt haben.
Die Preise sind die, die ich bei K-mart und Bunnings bezahlt habe.

Baustelle

1. White Card (White Card) – ohne die kannst du gar nicht erst anfangen

In fast allen Bundesstaaten kommst du nur mit einer White Card auf eine australische Baustelle.
Den Kurs gibt’s online und vor Ort, du hast ihn an einem Tag durch, und er kostet etwas über 100 Dollar.
Mach ihn vor der Jobsuche – spätestens parallel dazu.

Scheine wie Confined Space🔒 oder Working at Height🔒 brauchst du nur für bestimmte Arbeiten. Auf meiner Tiefbau-Baustelle in einem Neubaugebiet hab ich sie kein einziges Mal gebraucht.
Wenn du Geld sparen willst, reicht die White Card völlig.

White Card

2. Warnkleidung (Hi-Vis) – im Tiefbau auf jeden Fall dick und langärmlig

Oben trägt man Orange oder Gelb, unten Navy oder Beige. Bei K-mart kostet ein Teil um die 35 Dollar.

Im Tiefbau bist du ständig in der Sonne und schrammst an Material entlang – deshalb empfehle ich dir dringend dicke, robuste Langarm-Teile.
Mit einem T-Shirt drunter wird’s selbst im Winter tagsüber richtig heiß, deshalb trage ich nur das Hi-Vis.

Ausrüstung

3. Sicherheitsschuhe (Steel Toe Boots) – unbedingt anprobieren, auch wenn’s eine Stunde dauert

Bei K-mart bekommst du welche für 70–90 Dollar.
Selbst bei gleicher Größe und gleichem Modell fühlt sich jedes Paar anders an. Check vor allem, ob die Einlegesohle an der Ferse nicht umgeknickt ist.

  • Nimm am besten ein Modell mit Reißverschluss. Damit bist du um ein Vielfaches schneller rein und raus.
  • Für etwa 20 Dollar kannst du dir extra weiche Einlegesohlen holen. Kauf einfach die größte Größe und schneid sie mit der Schere zurecht.
  • Teure Marken wie Steel Blue sind etwas bequemer, aber ich fand nicht, dass man sie unbedingt braucht.
Sicherheitsschuhe anprobieren

4. Handschuhe – Aussies tragen sie selten, für mich sind sie Pflicht

Du fasst den ganzen Tag abgerissenen Draht und scharfkantiges Material an. Und wenn du dir mal die Hand einklemmst, federn sie einiges ab.
Ich hab einige ausprobiert – am besten waren die Mechanix Speedknit von Bunnings.
Egal welche du nimmst: Check unbedingt, ob du damit dein Handy bedienen kannst. Das ist viel wichtiger, als man denkt.

Handschuhe

5. Sachen, an die kaum einer denkt, die ich aber jeden Tag benutze

Cuttermesser (Utility Knife)
Überraschend wenige Labourer haben eins dabei. Dabei ist es für sein Gewicht extrem nützlich: Bänder an Abwasserrohren durchschneiden, Gras abschneiden, Rollrasen zuschneiden … Steck dir eins in die Brusttasche.

Permanentmarker (Permanent Marker🔒)
Damit schreibst du nicht nur deinen Namen auf dein Zeug, sondern notierst auch Höhen auf Vermessungspflöcken (peg) oder markierst die Position von Schächten am Bordstein (kerb). Kauf nicht einzeln, sondern gleich einen 10er-Pack. Dann tut’s auch nicht weh, wenn einer verloren geht.

3-m-Maßband
Auf der Baustelle gibt’s 8-m-Maßbänder, aber die sind schwer, und 8 m braucht man selten. Ein leichtes 3-m-Band in der Hosentasche ist viel praktischer.

Funkgerät (Two-Way)
Meine absolute Empfehlung. Damit entstehen Chancen, die du sonst nie bekommen hättest.
Du hörst vor allen anderen, wer gerade was braucht, und kannst sofort reagieren – ich hab so sogar die Chance bekommen, kleine Maschinen zu fahren. Und weil du ständig den Baustellenfunk mithörst, lernst du nebenbei Englisch. 1 Watt reicht auf der Baustelle völlig.


6. Für den Sommer in Brisbane – ab jetzt (Oktober) unbedingt dabeihaben

Langsam wird’s heiß, deshalb schreib ich das gleich mit dazu.

  • Sonnencreme: Selbst ich, der sich zu Hause nie eingecremt hat, hab jeden Morgen meinen Sonnenstick dabei.
  • Hut mit breiter Krempe: Aussies tragen oft Caps, aber ein breiter Hut schützt viel besser. Gibt’s am Eingang von Bunnings.
  • Hydralyte: Elektrolyt-Tabletten, die du in Wasser auflöst. An heißen Tagen hast du damit deutlich mehr Energie als nur mit Wasser.
  • Edelstahl-Trinkflasche: Die Plastikflaschen von K-mart gehen nach ein paar Monaten kaputt. Edelstahl hält die Temperatur und lebt viel länger.

7. Für Regentage

Auf Baustellen, wo noch viel Erde bewegt wird, ist nach Regen 2–3 Tage lang alles eine Schlammwüste.
Mit Gummistiefeln (Gumboots🔒) retten du deine Sicherheitsschuhe, Socken und Füße.
Praktisch sind auch Wechselschuhe fürs Auto und eine Kiste im Kofferraum für die Stiefel.

Wenn du keine Lust auf Steinchen in den Sicherheitsschuhen beim Schaufeln hast, kann ich dir auch Boot Guard🔒 sehr empfehlen. Die gibt’s nicht bei K-mart – ich hab meine in einem Arbeitskleidungsladen wie Totally Workwear gekauft.

Regenjacke und Stiefelschutz

So läuft der Morgen an deinem ersten Tag ab

Wenn du auf der Baustelle ankommst, gehst du zuerst ins Büro (shed) und suchst den Foreman (Vorarbeiter).
Dann machst du die Anmeldung und Sicherheitseinweisung (Site Induction), und gegen halb sieben erfährst du im Pre-start Meeting, was an dem Tag ansteht.

Wenn du dabei etwas nicht verstanden hast: Frag unbedingt nach.
Kaum ein Foreman hat was gegen Fragen. Was sie am meisten hassen, ist, wenn jemand nicht fragt und dann die Arbeit vermasselt.

shed

Gegen 10 Uhr gehen nach und nach die Maschinen aus, und wenn im Funk "smoko" kommt, ist Pause.

smoko

Zum Schluss

Die Ausrüstung hast du eigentlich in ein, zwei Tagen zusammen.
Am schwersten war für mich am ersten Tag nicht die Ausrüstung, sondern das Englisch, das man nur auf der Baustelle spricht.
Ich hab "Grab me a star picket🔒" nicht verstanden und stand einfach nur ratlos da.

Deshalb hab ich die Wörter, die ich auf der Baustelle gehört und aufgeschrieben habe, mit Fotos gesammelt und daraus das Vokabelbuch Jobi gemacht.
Alle Wörter aus diesem Beitrag – Pre-start, smoko, Gumboots🔒, peg, kerb – sind dort drin. Und was ich heute geschrieben habe, findest du noch ausführlicher im kostenlosen Jobi-Guide "Vom Visum bis zum ersten Arbeitstag". Ist gratis, also schau ruhig rein.

🧭 Zum Guide „Vom Visum bis zum ersten Arbeitstag“ →

Im nächsten Beitrag sammle ich die englischen Ausdrücke, die du in der ersten Woche auf der Baustelle am häufigsten hörst.
Wenn du Fragen hast, schreib sie in die Kommentare. Ich beantworte alles, so gut ich kann 🙌

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